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Gallensteine in der chinesischen Medizin Bei einer Ultraschall-Untersuchung wird festgestellt, dass eine Patientin an Gallensteinen leidet. Da noch wenige und nicht allzu grosse Gallensteine vorhanden sind, spürt die Patientin nur Druck und leichte Schmerzen im Leber-Gallen-Bereich, wenn sie fettige Speisen zu sich nimmt. Sie möchte deshalb lieber auf eine Operation verzichten und sich zuerst mit TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) behandeln lassen. Sie kommt zu mir in der Sprechstunde. Nach einem ausführlichen Gespräch und einer Untersuchung kann ich die Ursache mittels TCM-Diagnose feststellen: Qi-Stau in den Leber-Gallen-Funktionskreisen, Qi-Mangel in den Milz-Bauchspeichedrüse-Funktionskreisen. Ihre Beschwerden bestätigen meine Diagnose: Sie leidet an häufigen Blähungen und unregelmässigem Stuhlgang, welcher von sehr weich bis zu hart in der Konsistenz ist und an manchen Tagen gar ausbleibt. Zudem verspürt die Patientin keinen Durst und kein Hungergefühl, hingegen greift sie beim Schwächeanfall gerne zu Schockolade oder Käse sowie gesüsstem Kaffee. Ihr ist bewusst, dass ihre unregelmässigen Essenszeiten und -menge für die Gallensteine Ursache sein können, schaffte es aber bisher nicht, diese Gewohnheiten zu ändern. Sie ist oft erschöpft nach der Arbeit, hat kaum noch Energie um richtig zu essen und geht meistens direkt zum Schlafen. Ich habe der Patientin zwei Rezepturen verschrieben, welche zwei verschiedene Gruppen von chinesischen Kräutern beinhaltet - um die Gallensteine auszuleiten und um die Lebensenergie der Patientin zu stärken. Die Patientin sollte täglich drei mal von diesem Kräutertee trinken. Nach zwei Wochen berichtet die Frau, dass sie tagsüber mehr Energie verspürt und am Abend auch wieder kochen und essen mag. Ihre schlechte Essgewohnheit hat sich stark verbessert. Sie trinkt nur noch eine Tasse Kaffee pro Tag. Während der Therapiezeit machten sich Gemütschwankungen bemerkbar und an manchen Tagen konnte sie nur an negative Dinge denken. Sie fragt mich nun, ob dies eine Reaktion von den Kräutern sei. Ich erkläre ihr, dass die Gallenblase aus psychischer Sicht der TCM die Leber verkörpert, welche zuständig ist für die Entschlossenheit und Mut. Gallensteine stellen also eine Blockade dar, welche die Energieabgabe der Leber-Gallenblase verhindern, was beim Menschen zu Unentschlossenheit und Angst führen kann. Ich habe der Patientin vorgeschlagen, mit Akupunktur (Akupressur) und QiGong ihren Energiezustand zu verbessern und so ihre innere Harmonie wieder herzustellen. Sie kommt alle 2 bis 3 Wochen zu mir in die Behandlung; während dieser Zeit passe ich die Kräuterteemischung ihrem jeweiligen Zustand an. Nach fünf Monaten lässt sich die Patientin wieder mittels Ultraschall untersuchen. Das Resultat ist erfreulich: die Grösse der Gallenblase und Leber-Gallenröhre sind stark zurück gegangen (beinahe normal), und von den Gallensteinen kann man nur noch wenig sehen. Somit ist es möglich, dass die Gallensteine mit dem Stuhl ausgeschieden werden und eine Operation vermieden werden kann.
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