Kolumne














Menstruationsschmerzen - was hält die chinesische Medizin dagegen?

Die "Schmerzhafte Periode" (chinesisch: tong jing) vor-, nach oder während der Menstruation ist meist begleitet durch Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Kreuzschmerzen sowie Schwellungen und Schmerzen in der Brust oder in den Gliedmassen. Was hält die chinesische Medizin dagegen?

Menstruation heisst in chinesisch "yue jing" und bedeutet "der Fluss des Mondes". Wenn der Fluss der Menstruation nicht frei ist, dann ruft diese Situation Schmerzen hervor.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) erklärt die Ursache sowohl mit psychischen als auch mit körperlichen Störungen (z.B. unterbrochener Energiefluss), die den Qi-Blut-Kreislauf beeinflussen. Durch die Beobachtung der Menstruationsblutung und der typischen Kennzeichen unterscheidet man in der TCM verschiedene Typen:

  • Blockade-Typ: Das Blut ist dunkel und fliesst spärlich, z.T. mit Klumpen und die Frau verspürt eine Abneigung gegen Berührung am Unterleib oder Brust. Auslöser ist hier psychischer Stress oder Aufregung und Ärger.


  • Nässe-Typ: Das Blut ist sehr dunkel bis schwarz und fliesst spärlich, mit Klumpen; beim Nässe-Kälte-Typ gibt es zusätzlich oft viele weisse oder durchsichtige, beim Nässe-Hitze-Typ gelbliche Ausflüsse. Der Grund ist hier meist eine Milzschwäche, verursacht durch häufige kalte Nahrungsaufnahme.


  • Kälte-Typ: Wenig und dunkles Blut, mit Klumpen, oft auch kaltes Gefühl in den Händen oder Füssen. Wärme (Heizissen oder Wärmeflasche) auf den Schmerzstellen kann den Schmerz linden.


  • Schwäche-Typ: Das Blut fliesst spärlich und dünn und ist von heller Farbe. Lassen sich die Schmerzen durch Berührung des Bauches lindern, dann handelt es sich um eine Qi-Blut-Schwäche.


  • Treten 1 bis 2 Tage nach Beginn der Menstruation Schmerzen im Unterbauch- oder Kreuzbereich auf, so deutet dies auf eine Schwäche der Leber-Nierenfunktion hin.


Die Behandlung durch die TCM ist ganzheitlich, oft kombiniert man gleichzeitig verschiedenen Methoden. Beispiele: Blockade- oder Nässe-Typen behandelt man mit Schröpfen, wobei die Schröpfgläser für etwa 20 Minuten auf dem Rücken entlang des Blasenmeridians gesetzt werden oder auch durch Akupressur und TuiNa-Massage an den entsprechenden Punkten am Rücken und anderen Körperbereichen. So kann der Qi-Blut-Kreislauf verbessert werden.

Gegen den Kälte- oder Schwäche-Typ kann die Moxibustion (Wärmetherapie mit "Kräuterzigarre") entlang der Meridianverläufe oder neben bestimmten Akupunkturpunkten angewendet werden. Diese Therapieform erzeugt eine wärmende oder aufbauende Wirkung, welche die Akupunktur unterstützen kann. Individuell angepasste Teemischungen aus chinesischen Kräutern, welche zwei bis dreimal täglich eingenommen werden, helfen das Qi und Xue wieder aufzubauen, die Blockade aufzulösen oder den Unterleib aufzuwärmen.

Als generelle Regel gilt: Während der Periode sollte man Sportaktivitäten reduzieren, nicht im kalten Wasser schwimmen, mehr Warmes essen und trinken und einen harmonischen Gemütszustand pflegen. Genügend Schlaf und der Abbau von Stress ist ebenso empfehlenswert und trägt auch generell zum besseren Wohlbefinden bei.

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