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Wie kann die chinesische Medizin gegen Verstopfung helfen?
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Verstopfung so definiert, dass der Stuhl trocken ist und deshalb nicht mehr mühelos ausgeschieden werden kann. Es können auch mehrere Tage ohne Stuhlgang vergehen, obwohl man täglich den Drang dazu verspürt. Der TCM-Therapeut unterscheidet mittels Zungen-Puls-Diagnose je nach Ursache vier Typen von Verstopfung und leitet die entsprechenden Therapien ein:
- Der Hitze-Typ ist gekennzeichnet durch heisse Hände, gerötetes Gesicht und faulen Mundgeruch. Auch trinken Patienten dieses Typs gerne und oft Eiskaltes. Dagegen hilft z.B. ein Tee aus einer Mischung von gemahlenen Rhabarberwurzeln, Leinsamen und Mandeln. Dazu kommt Akupunktur mit sedierender (ausleitender) Technik, um die innere Hitze im Darm auszuleiten.
- Beim Blockade-Typ wird die Verstopfung durch emotionelle Störungen wie übermässiger Stress, Ärger, Sorgen, Trauer oder Unzufriedenheit ausgelöst. Auch der Mangel an Bewegung verlangsamt die Darmbewegungen. Der Patient fühlt ein Bedürfnis zum Stuhlgang, welcher aber nicht eintritt; es treten Völlegefühl in Bauch und Brustbereich auf, die bis zu Druckschmerzen im Bauch führen. Erleichterung kann durch tiefes Ausatmen erzielt werden. Mit Schröpfen, wo die Schröpfgläser für etwa 20 Minuten auf dem Rücken entlang des Blasenmeridians gesetzt werden oder auch durch Akupressur und TuiNa-Massage an den entsprechenden Punkten am Bauch, Rücken und anderen Körperbereichen, kann die Funktion der Leber-Milz-Bauchspeicheldrüse verbessert werden.
- Beim Schwäche-Typ unterscheidet die TCM zwischen dem Mangel an Qi (Energie) und dem Mangel an Xue (Blut). Individuell angepasste Teemischungen aus chinesischen Kräutern, welche zwei bis dreimal täglich eingenommen werden, helfen das Qi und Xue wieder aufzubauen.
- Der Kälte-Typ hat kalte Hände, Füsse und einen kalten Lendenbereich sowie eine Abneigung gegen Kälte. Patienten dieses Typs sollten Rohkost und kalte Speisen vermeiden und vor allem warme Getränke und Mahlzeiten einnehmen. Die Teemischung für den Kälte-Typ besteht aus Ingwer, Orangenschalen und Süssholz und wird heiss getrunken. Zusätzlich kann der TCM-Therapeut eine Getränkemischung aus je einem Teil gemahlenen Schwarzsesam, Walnüssen und Pinienkernen mit Honigwasser verschreiben, die täglich eingenommen werden soll.
Bei den Typen 3 und 4 kann die Akupunktur, Akupressur oder TuiNa-Massage mit aufbauenden Techniken die Verdauung und Darmfunktion gut unterstützen. Zusätzlich kann die Moxibustion (Wärmetherapie mit "Kräuterzigarre") entlang der Meridianverläufe oder neben bestimmten Akupunkturpunkten eine aufbauende Wirkung erzeugen.
In der chinesischen Energielehre hängt die Darmfunktion direkt von der Lunge ab. Deshalb kann QiGong mit einer richtigen Atemtechnik ebenfalls die Darmfunktion fördern und ist unter der Leitung eines erfahrenen TCM-Therapeuten sehr zu empfehlen. Denn damit kann der Patient selbst zu jeder Zeit eine Verstopfung bekämpfen oder gar vermeiden.
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