Kolumne














Schwindel - wie kann die chinesische Medizin dabei helfen?

Schwindel heisst in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) "xuan yun". Xuan bedeutet Verschwommenes sehen, yun steht für Schwindelgefühl. In der Praxis kann Schwindel von leicht (z.B. nur bei Lagewechsel) über Gleichgewichtstörungen bis hin zum völligen Orientierungsverlust (die ganze Umgebung dreht sich im Kreis) auftreten.

Der TCM-Therapeut kombiniert oft verschiedene Heilmethoden wie Akupunktur, TuiNa-Massage, Schröpfen, QiGong, Heilpflanzen und Ernährungsberatung nach der Yin-Yang/Fünfelementen-Lehre, um die Ursache von Schwindel ganzheitlich zu bekämpfen. Je nach der TCM-Diagnose unterscheidet man bei Schwindel vier sogenannte Disharmonie-Muster:

1. Aufsteigen von Leber-Yang, Leber-Feuer oder Leber-Wind, stärkerer Schwindel, als begleitende Symptome rotes Gesicht, Reizbarkeit, erhöhter Blutdruck, rauhe Ohrgeräusche, Zittern, gerötete Zungenränder, saitenförmiger Puls. Als Gegenmassnahme wird die Akupunkturnadel am Nacken gesetzt, um das Leber-Yang zu unterdrücken. Fettige und scharfe Speisen sowie der Konsum von Kaffee, Zigaretten und Alkohol sollten stark reduziert werden.

2. Trüber Schleim im Kopf, "Dumpfheit" oder "schweres Gefühl im Kopf ", unklares Denken, vor allem morgens, Druckgefühl im Brustbereich, Übelkeit, geschwollene Zunge und klebriger Zungenbelag, schlüpfriger Puls. Gegen diese Symptome werden Schröpfgläser am Rücken angesetzt, welche die Nackenverspannungen lösen. Um den Schleim aufzulösen. Gekochtes Wasser wird zu einer Mischung von frischem Ingwer, getrockneten Orangenschalen und Süssholz aufgegossen und als Tee getrunken.

3. Qi- und Blut-Mangel der Milz und des Herzens, leichtes Schwindelgefühl (tritt auf bei Lagewechsel), Herzklopfen oder -rasen, Depression mit Müdigkeit, blasse und dünne Zunge, dünner oder schwacher Puls. Hier hilft eine Teemischung aus Gingsen, Longan und chinesischer Angelikawurzel, um das Qi-Blut aufzubauen.

4. Bei Nieren-Yin/Yang-Mangel, ständigem Schwindel- und Leere- Gefühl, feinen, hohen Ohrgeräuschen, Depression mit Angst- und Erschöpfungszustand, Schlaf- und Gedächtnis-Störungen, Schmerzen im Kreuzbereich und Knien, wird in der TCM oft Moxa als Ergänzung zur Akupunktur eingesetzt, um das Nieren-Yang zu stärken.

Psychosomatisch oder energetisch bedingte Störungen, die zu Schwindel führen, können mit den Methoden der TCM in der Regel sehr gut behandelt werden. Trotzdem sollte zuerst der Hausarzt aufgesucht werden um sicher zu gehen, dass keine organisch bedingten Ursachen wie Schädigung des Gleichgewichtsorganes oder der für das Gleichgewicht zuständigen Hirnareale (Hirnstamm, Kleinhirn) vorliegen.

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