Schweissausbrüche - was kann die chinesische Medizin dagegen tun?

Viele Menschen werden von übermässigen Schweissausbrüchen geplagt - kann die chinesische Medizin auch bei diesem Problem helfen?

In der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) wird der Schweiss dem Yin zugeordnet und entsteht dann, wenn das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang gestört wird.

Bei Schweissausbrüchen unterscheidet man zwischen zwei Arten: Nächtlicher Schweiss (also im Ruhezustand) und spontaner Schweiss. Wenn jemand in der Nacht während dem Schlafen schwitzt, ist das ein Hinweis auf den Mangel an Yin. Kommt es tagsüber zu spontanen Schweissausbrüchen, ohne dass eine körperlich Anstrengung erfolgt ist, dann bedeutet dies, dass der Energiezustand von einem "Qi- oder Yang"-Mangel geprägt ist. Je nach der Stelle des Schweissausbruches kommt die TCM zu verschiedenen Diagnosen: tritt der Schweiss nur am Kopf auf, handelt es sich um einen Yang-Qi-Mangel; sind hingegen Handflächen und Fusssohlen betroffen, so bedeutet dies eine Qi- oder Yin-Schwäche in der Milz (Bauchspeicheldrüse), und ein Schweissausbruch in der Brustgegend weist auf eine Herz-Yin- oder Qi-Schwäche hin.

Die chinesische Phytotherapie hat vielen gute Rezepte anzubieten, die den übermässigen Schweissausbruch bekämpfen können. Die Wurzeln von Ephedra oder Austern-Schalen werden zu feinem Pulver gemahlen, um als externe Anwendung auf die Schweiss-Stellen eingerieben zu werden. Das gleiche Pulver kann aber auch im Wasser gekocht und als Tee eingenommen werden. Eine andere Teemischung aus Schisandra (Wu Wei Zi oder "Fünfgeschmacksbeere"), rotem Ginseng, Süssholz, Jujuba (rote Dattel) wirkt gegen Schweiss bei Frauen nach der Geburt oder bei Frauen mit Wechseljahrbeschwerden.

Auch bei übermässigem Schweissausbruch spielt die Ernährung eine sehr wichtige Rolle. Scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer und Knoblauch haben schweisstreibende Wirkung und sollten deshalb bei Yin-Mangel vermieden oder aber reduziert eingenommen werden. Dafür dürfen ruhig mehr saure Gemüse oder Früchte (z.B. Tomaten, Kiwi, Zitronen, etc.) gegessen werden. Ein Brei aus einer Mischung von Weizenkörnern und Reiskörnern kann die Abwehrkräfte aufbauen und ein übermässiges Schwitzen bei bereits kleinen Anstrengungen vermindern.

Bei extremen oder krankhaften Schweissausbrüchen empfehle ich allerdings eine Untersuchung bei einem TCM-Arzt. Je nach Diagnose kann durch gezielte QiGong-Übungen oder mit Akupunktur Linderung verschafft werden.

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