Wie hilft die chinesische Medizin bei Heuschnupfen?

Triefende Nase, Juckreiz, brennende Augen und Niesanfälle bis zur Atemnot sind typische Symptome bei Heuschnupfen. Wie kann die chinesische Medizin bei dieser weit verbreiteten Allergie helfen?

Seit einigen Jahren kommen immer mehr Patienten mit den typischen Beschwerden zu mir in die Praxis - vielleicht eine Folge davon, dass die Heuschnupfenzeit immer früher beginnt und auch länger dauert.

Mit der Zungen-Puls-Diagnostik wird in der chinesischen Medizin der Energiezustand der Patienten festgestellt. Häufige Diagnosen sind Energie-Schwäche der Lungen, der Milz, der Bauchspeichedrüse oder der Nieren - also eine Schwäche der Abwehrkraft. Auf Grund dieser Diagnose wird die entsprechende Behandlung durchgeführt.

Akupunktur ist eine der Möglichkeiten, gegen den Heuschnupfen vorzugehen. Liegt der Beginn der Anfälle nicht länger als drei Monate zurück, kann man mit etwa sechs Behandlungen zum Erfolg kommen. Bei Patienten, die schon seit Jahren an Heuschnupfen leiden, sollte man mindestens einen Monat vor der Saison bereits mit der Behandlung beginnen, um den Energiezustand zu stärken. Dazu sind in der Regel sechs bis zwölf Akupunktur-Sitzungen nötig. Je nach Reaktion der Patienten braucht es noch weitere Behandlungen im Folgejahr.

Für Kinder oder Patienten, die Angst vor den Akupunktur-Nadeln haben, eignet sich auch die chinesische TuiNa-Massage sehr gut, die im Westen leider noch nicht so bekannt ist. Es handelt sich dabei um eine alte chinesische Manualtherapie, eine Mischung aus Akupressur, Heilmassage und Chiropraktik.

Daneben gibt es zahlreiche Tees aus verschiedenen chinesischen Kräutern, die gegen Heuschnupfen wirken. Am bekanntesten ist der "Fünfgeschmack-Beeren"-Tee mit rotem Ginseng, Süssholz, Ingwer oder Zimt. Für diesen Tee brauchts aber ein Rezept von einem TCM-Arzt.

Die Ernährung und Diät nach Yin-Yang und nach der Lehre der "Fünf Elemente" spielt auch bei Heuschnupfen eine wichtige Rolle. Man sollte nicht zu kalt trinken und essen, nicht zu süss und nicht zu scharf. Beispiele: Rohkost oder Milchprodukte gehören zu den Yin-Lebensmitteln, die bei übermässiger Einnahme zu Yin-Überschuss führen können. Süssigkeiten oder scharfe Gewürzen gehören zu den Yang-Lebensmitteln, die bei einseitiger Essgewohnheit Yang-Überschuss verursachen können.

Bei vielen meiner Patienten mit Heuschnupfen merke ich, dass sie nicht richtig atmen können. Um die Energie der Lungen, der Milz, der Bauchspeichedrüse und der Nieren des Patienten zu stärken und zu regulieren, können auch gezielte QiGong-Übungen sehr gut helfen. Wichtig dabei ist aber die Anleitung durch eine erfahrenen QiGong-Lehrerin oder einen -Lehrer.

Mein Tip: Beginnen Sie so früh wie möglich mit einer Behandlung gegen Heuschnupfen, im nächsten Jahr bereits im Januar oder Februar. Denn je länger Sie warten, umso schwächer wird Ihr Energiezustand. Und: Vermeiden Sie wenn möglich Chemie und Kortison!

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